Finanzierung

Posted by admin |16 Nov 17 | 0 comments

Wir haben bei Modell Aachen bislang nicht versucht einen Investor mit ins Boot zu holen. Mittlerweile bin ich jedoch davon überzeugt, dass es der Entwicklung der Firma nach der initialen Phase des Ausprobierens ganz gut getan hätte „smart Money“ ins Unternehmen zu holen. Einfach „nur Geld“ hätte uns sicherlich auch helfen können, sinnvolle Rollen und Positionen im Unternehmen schneller zu besetzen und uns dadurch schneller zum Produktanbieter zu wandeln. Was uns jedoch immer wieder gefehlt hat, war der beratende Part eines guten Investors, insbesondere im Hinblick eines funktionierenden skalierbaren Geschäftsmodells.

Andererseits hat das Fehlen von Venture-Kapital auch seine positiven Seiten: Man muss von Anfang an Geld verdienen und gute Vertriebskanäle aufbauen.

Bei Modell Aachen haben wir den Unternehmensaufbau mit kleineren Krediten und vor allem (Gehalts-)Verzicht der Gesellschafter in der Anfangszeit finanziert. Bei den Bankberatern fehlt unserer Erfahrung nach ein tiefgehendes Digital-Verständnis, so dass der Bewilligungsprozess laut eigenen Aussagen von Beratern bei digitalen Themen teilweise schwieriger ist, als die Bewilligung von neuen Maschinen-Investitionen in Bäckereien.

Exkurs Bankkredite:

Bank: Hr. Stoffers, welche Sicherheiten können Sie denn noch anbieten?

Stoffers: Am liebsten würden wir Gesellschafter nicht bürgen.

Bank: Bürgen tun sie immer, es geht um zusätzliche Sicherheiten wie Autos, Anlagen, etc.

Stoffers: Reicht denn nicht, dass wir mit 4 Akademikern bürgen, die Jobaussichten im Markt gerade rosig sind? Es geht hier um eine Bürgschaft von ca. 50k € / Person, die wir als normale Arbeitnehmer auf jeden Fall wieder einspielen können.

Bank: Wenn Sie mit der Firma Pleite gehen, gelten sie als gescheitert. Da müssen Sie sich gesellschaftlich erstmal wieder rauskämpfen.

Dieser Fall liegt jetzt schon ein paar Jahre zurück und ich denke, dass sich in diese Richtung auf jeden Fall etwas getan hat und auch Scheitern eines Startups auch in Deutschland nicht mehr so negativ behaftet ist. Aber auf eine solche Haltung der Bank kann sollte man durchaus gefasst sein.

Haltung zu Exist:

Wir haben vor der Gründung vor der Frage gestanden, ob es Sinn macht ein Exist-Stipendium zu beantragen. Grundsätzlich hätte es uns sicherlich geholfen, am Anfang etwas mehr Butter aufs Brot schmieren zu können. Aus meiner Sicht birgt ein Stipendium jedoch die Gefahr, sich zu sehr im Perfektionismus zu bewegen und das Wesentliche aus dem Blick zu verlieren: Produkte und Leistungen erstellen, die vom Markt gebraucht werden (und sich verkaufen lassen). Wenn jemand das Vertriebsgen im Gründerteam hat, wird Exist aber meiner Meinung nach nicht schaden. Und damit direkt zur Mannschaft.


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